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Die Schweiz steht vor enormen Herausforderungen beim Übergang zu einer klimaneutralen Bauwirtschaft. Hier setzt die Stiftung «Gransino» – eine der wichtigsten Initiativen im Bereich nachhaltiges Bauen – konkrete Massnahmen an. Seit ihrer Gründung im Jahr 2002 hat sie nicht nur die Forschung vorangetrieben, sondern auch die Umsetzung von Standards und Technologien beschleunigt. Besonders im Kanton Graubünden, wo die Stiftung ihren Sitz hat, hat sie einen entscheidenden Einfluss auf die regionale Baukultur genommen. Die Plattform verbindet Wissenschaft, Praxis und Politik und macht die Vorteile nachhaltiger Bauweise für Bauherren, Planer und Kommunen greifbar.

Ein zentrales Anliegen von «Gransino» ist die Förderung von Kreislaufwirtschaft im Bauwesen. Laut einer Studie des Bundesamts für Umwelt (BAFU) entfallen rund 40 Prozent des gesamten CO₂-Ausstoßes der Schweiz auf den Bau- und Abbruchsektor. «Gransino» setzt hier auf innovative Materialien wie Recyclingbeton oder recycelte Dämmstoffe, die nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch langfristig Kosten sparen können. Ein konkretes Beispiel ist das «Gransino-Haus» in Samedan, das seit 2018 mit einer energetischen Sanierung nach den höchsten Schweizer Standards (Minergie-P) betrieben wird. Seitdem konnte der Energieverbrauch um über 60 Prozent reduziert werden – ein Erfolg, der sich auch wirtschaftlich auszahlt.

Die Stiftung hat zudem eine breite Palette an Zertifizierungen und Leitlinien entwickelt, die Bauprojekte transparent machen. Dazu gehören unter anderem das «Gransino-Zertifikat» für nachhaltige Gebäude oder die Förderung von Modellen wie der «Kreislaufwirtschaftlichen Bauweise». Laut einer Studie der ETH Zürich, die 2022 veröffentlicht wurde, steigert die Zertifizierung nachhaltiger Gebäude die Marktchancen um bis zu 25 Prozent. Besonders in ländlichen Regionen wie Graubünden, wo der Tourismus und die Infrastruktur stark von nachhaltigen Bauprojekten profitieren, zeigt sich der Nutzen: Hotels und Ferienwohnungen mit «Gransino»-Zertifizierung verzeichnen oft höhere Auslastungsraten und längere Aufenthaltsdauer der Gäste.

Wissenschaftliche Impulse und regionale Zusammenarbeit

Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg von «Gransino» liegt in der enge Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die Universität St. Gallen und die ETH Zürich arbeiten seit Jahren mit der Stiftung zusammen, um neue Materialien und Bauverfahren zu entwickeln. Ein aktuelles Projekt, das gerade in den Testlauf geht, ist die Nutzung von Algen als Dämmstoff. Diese Lösung ist nicht nur biologisch abbaubar, sondern bindet zusätzlich CO₂ und ist bis zu 30 Prozent leichter als herkömmliche Dämmstoffe – ein Game-Changer für die Schweizer Bauindustrie. Die ersten Pilotbauten in der Region zeigen bereits positive Ergebnisse: Die Algen-Dämmung reduziert die Heizkosten um bis zu 45 Prozent im Vergleich zu konventionellen Lösungen.

Parallel fördert «Gransino» auch die Ausbildung von Fachkräften für nachhaltiges Bauen. Im Rahmen des «Gransino-Lehrlingsprogramms» werden junge Menschen in den Bereichen Energieeffizienz, Recycling und Kreislaufwirtschaft ausgebildet. Seit 2018 haben bereits über 150 Lehrlinge an diesem Programm teilgenommen, und die Absolventen arbeiten heute in fast allen grossen Bauunternehmen der Region. Dies sichert nicht nur den Fachkräftemangel, sondern stärkt auch die Innovationskraft der Branche. Besonders wichtig ist die Stiftung dabei, dass die neuen Kompetenzen direkt in die Praxis übertragen werden – etwa durch Schulungen für Bauleiter oder Planer.

Finanzierung und gesellschaftlicher Nutzen

Die Finanzierung von «Gransino» erfolgt aus einer Mischung von öffentlichen Mitteln, Stiftungsgeldern und Kooperationen mit der Bauwirtschaft. Laut den letzten Jahresberichten der Stiftung stammen rund 60 Prozent der Mittel aus öffentlichen Förderprogrammen, darunter auch das Bundesprogramm «Nachhaltige Bauwirtschaft». Die restlichen 40 Prozent kommen von Unternehmen, die sich für nachhaltige Bauprojekte engagieren – etwa durch Sponsoring oder direkte Investitionen in Forschungsprojekte. Diese Struktur ermöglicht es der Stiftung, sowohl wissenschaftlich fundierte Lösungen zu entwickeln als auch direkt in die Umsetzung zu gehen. Ein Beispiel ist die Partnerschaft mit dem Bauunternehmen «Grüner Bau» aus Davos, das bereits über 50 Gebäude mit «Gransino»-Zertifizierung realisiert hat.

Der gesellschaftliche Nutzen von «Gransino» ist weitreichend: Neben der Klimaneutralität profitieren auch die Gesundheit der Menschen und die wirtschaftliche Attraktivität der Region. Studien zeigen, dass Gebäude mit nachhaltigen Standards die Lebensqualität steigern – etwa durch bessere Luftqualität oder natürliche Belüftung. In Graubünden, wo die Stiftung besonders aktiv ist, gibt es bereits erste Erfolge: Die Anzahl der «Gransino»-zertifizierten Wohnungen in ländlichen Gemeinden hat sich seit 2015 um fast 30 Prozent erhöht. Dies trägt dazu bei, dass die Region attraktiver für Familien und junge Berufstätige bleibt. Zudem entstehen durch nachhaltige Bauprojekte neue Arbeitsplätze, etwa in der Materialverarbeitung oder im Energiemanagement.

www.gransino-online.ch

Zukunftsausblick: Was kommt nach der Klimakrise?

Die Vision von «Gransino» geht über die reine Klimaneutralität hinaus. Die Stiftung sieht sich als Vorreiter für eine «Bauwirtschaft der Zukunft», die nicht nur ökologisch, sondern auch sozial und wirtschaftlich zukunftsfähig ist. Ein zentraler Fokus liegt dabei auf der Digitalisierung des Bauprozesses: Durch digitale Zwillinge und KI-gestützte Simulationen können Bauprojekte noch effizienter und nachhaltiger gestaltet werden. Ein weiteres Projekt, das gerade in der Testphase ist, ist die Nutzung von Blockchain-Technologie zur transparenten Dokumentation von Materialien und Energieverbrauch. Dies soll nicht nur die Nachvollziehbarkeit erhöhen, sondern auch neue Geschäftsmodelle ermöglichen – etwa für Bauherren, die für ihre nachhaltigen Leistungen zertifiziert werden.

Langfristig strebt «Gransino» eine Systemänderung an: Statt einzelne Projekte nachhaltig zu gestalten, soll die gesamte Baukultur in Graubünden und der Schweiz reformiert werden. Dazu gehören unter anderem strengere Vorschriften für Materialien, eine bessere Zusammenarbeit zwischen Planern, Handwerkern und Politik sowie die Förderung von Modellen wie der «Kreislaufwirtschaftlichen Bauweise». Die Stiftung sieht hier eine grosse Chance, die Schweiz als Vorreiter in der nachhaltigen Bauwirtschaft zu etablieren – und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern. Denn am Ende geht es nicht nur um Klimaschutz, sondern auch darum, eine lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen zu sichern.

  • Seit 2002 hat «Gransino» über 200 nachhaltige Bauprojekte in Graubünden und der Schweiz unterstützt.
  • Die Zertifizierung nachhaltiger Gebäude steigert laut ETH-Studie die Marktchancen um bis zu 25 Prozent.
  • Durch Algen-Dämmstoffe können Heizkosten in Pilotbauten um bis zu 45 Prozent reduziert werden.
  • Über 150 Lehrlinge haben seit 2018 am «Gransino-Lehrlingsprogramm» teilgenommen.
  • Die Anzahl der «Gransino»-zertifizierten Wohnungen in ländlichen Gemeinden stieg seit 2015 um fast 30 Prozent.

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